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Unsere Geschichte [2]
Allerdings erreichte die Druckkunst Stade nur sehr zögerlich.
Johannes Gensfleisch zum Gutenberg hatte sie schon um 1440
erfunden. Erst 200 Jahre danach wurde die erste Druckerei in
Stade gegründet.
In Lübeck, Schleswig, Hamburg und Lüneburg waren schon im
15. Jahrhundert Druckereien entstanden. Und Glückstadt auf der
anderen Seite der Elbe war immerhin schon ab 1632 mit einer
Druckerei versehen. Die Verspätung Stades lag nicht daran, dass
man an der Schwinge dümmer war als anderswo. Nein, es gab
einfach zu wenige literarische, geistliche und wissenschaftliche
Autoren. Die paar Gelehrten des Bezirks ließen ihre Werke in den
Städten mit altansässigen Druckereien herstellen.
Deren Konkurrenz und der Mangel an Nachfrage in der näheren
Umgebung verhinderten, dass eine Druckerei in Stade
wirtschaftlich überleben konnte. Nicht zufällig fiel die Gründung
der ersten Druckerei in Stade in die Zeit der schwedischen
Herrschaft ab 1645. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde Stade
Residenz des schwedischen Generalgouverneurs und Sitz der
zentralisierten Verwaltung für das Gebiet zwischen Weser und
Elbe. Für den ökonomischen Erfolg war diese Nähe zur Obrigkeit
lebenswichtig, die dem neuen Betrieb das Druckmonopol
in ihrem Verwaltungsgebiet übertrug. So war es nur logisch,
dass der erste privilegierte Stader Drucker Elias Holwein seine
„Offizin“, seine Werkstatt, am Sitz der Regierungsbehörden am
Sande bezog. Bis 1686 waren Werkstatt und Wohnung sogar
unter einem Dach mit der Kanzlei.
Schon nach acht Jahren starb Elias Holwein, sein Sohn Caspar
und dessen Nachfolger behielten das Druckmonopol.