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Unsere Geschichte [3]
Stade hat dank Caspar Holwein und des Generalsuperintendenten
Johannes Dieckmann große Bedeutung für den modernen Bibeldruck.
Dieckmann sorgte mit der von Caspar Holwein gedruckten
Neuausgabe des Luthertextes für eine klare einheitliche
Orthographie, Druckfehler wurden beseitigt. So wurde die
Dieckmann-Holwein-Bibel 1710 bei Gründung der Cansteinschen
Bibelgesellschaft in Halle als Textgrundlage ausgewählt.
Mit der „Stader Bibel“ ist auch die Blütezeit der Druckerei Holwein
verbunden. Noch bevor die neue Gewerbeordnung am 1. Juli 1848
die Gewerbefreiheit postulierte und keinen Platz mehr für
konzessionierte Druckereien ließ, musste sich die privilegierte Offizin
schon mit Konkurrenz auseinander setzen. Zwar mag die Schilderung
des Enkels Dr. Georg Heinrich Hülsemann etwas einseitig sein,
musste doch sein Großvater als lizenzierter Drucker seit 1810 einen
zweiten Betrieb dulden, doch die Tatsachen stimmen:
Während der französischen Besatzung hat sich Hülsemanns
Großvater Heinrich Andreas Friedrich mit den Behörden angelegt, so
der Enkel. Um ihn zu mehr Freundlichkeit gegenüber den Franzosen
zu drängen, drohten die Behörden damit, eine zweite Druckerei zu
genehmigen. Und das taten sie denn auch, als sich Friedrich nicht
beugen wollte, schreibt sein Enkel im Jahre 1833. Die Witwe Anna
Sophie Pockwitz wurde der „Königlichen Buchdruckerei“ entgegen
gesetzt. Die Besatzungsbehörden erlaubten ihr neben privaten
Drucksachen den Druck des neu geschaffenen „Intelligenz-Blatt des
Nord-Departements“, des späteren „Stader Intelligenzblatts“.
Auch als die Hannoversche Regierung im Dezember 1815 Stade
wieder übernahm, blieb es bei der zweiten Druckerei, in der die
Wurzeln des heutigen „Stader Tageblatts“